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		<title>Die Facetten der Provence</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Jul 2005 16:34:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Provence ist ein Traum. Das Licht ist golden, die Landschaft abwechslungsreich, der Himmel unglaublich blau. Zwischen Weingütern und kleinen Steindörfern liegen leuchtende Getreidefelder. An den Straßen sitzen alte Männer in Plastikstühlen vor ihren Häusern, andere stehen am Marktplatz und spielen Boule – als Urlauber sieht man sein Klischeebild bestätigt, und ist keineswegs enttäuscht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Provence ist ein Traum. Das Licht ist golden, die Landschaft abwechslungsreich, der Himmel unglaublich blau. Zwischen Weingütern und kleinen Steindörfern liegen leuchtende Getreidefelder. An den Straßen sitzen alte Männer in Plastikstühlen vor ihren Häusern, andere stehen am Marktplatz und spielen Boule – als Urlauber sieht man sein Klischeebild bestätigt, und ist keineswegs enttäuscht.</p>
<p>Die Provence ist ein Erlebnis – nicht nur optisch. Im Sommer geht es vorbei an duftigen Lavendelfeldern oder solchen voller Sonnenblumen. Auf den kleinen Bergstraßen riecht es nach Tannenzapfen und Kiefern, manchmal auch nach Salbei, Thymian und Rosmarin. Auf den Obst- und Gemüsemärkten – jedes Dorf hat mindestens einen in der Woche – lockt das größte und beste Gemüse, Paletten voller Aprikosen, Kirschen oder Melonen. Der Kopfsalat wird gleich im halben Dutzend in die Tüte gestopft, es gibt Kirschen im Korb, Olivenöl, Käse, Knoblauch, Tapenade, Honig – und je nach Region Landbrot, kandierte Früchte oder Biowein.</p>
<p>Die Provence ist beliebt. Viele Maler und Schriftsteller lockte es hierher – wegen dem besonderen Licht. Cezanne lebte in Aix, Picasso in St. Paul de Vence und Van Gogh nach Arles. Viel wurde über Frankreichs schönstes Departement bereits geschrieben – zuletzt sorgte der Brite Peter Mayle mit seinen literarisch nicht unbedingt anspruchsvollen aber durchaus unterhaltsamen Geschichten für einen erneuten Reise-Boom. Mayle flüchtete, als er seine Nachbarn in Menerbes genügend mit seinen Indiskretionen gequält hatte und Reisegruppen aus Holland und Japan nicht nur vorbei kamen, um den drolligen Metzger und den Bäcker zu sehen, sondern sich auch vor seinem Haus lange Busschlangen bildeten.</p>
<p>Die Einheimischen gruselt es nicht erst seitdem vor den vielen Touristen – selbst wenn in den Sommermonaten Juli und August nicht nur Holländer, Briten, Belgier und Deutsche die Landschaft stürmen, sondern der heimischen Ferien wegen auch viele Franzosen. In diesen zwei Monaten herrscht in der Provence Ausnahmezustand. Die Läden haben länger geöffnet. Sind voller. Die Märkte sind überlaufen, auf den Straßen quälen sich eigentlich viel zu große Wohnmobile durch enge Dorfstraßen, dahinter drängeln sich die Autofahrer, die schnell irgendwo hin möchten – zur Arbeit vielleicht.</p>
<p>Doch auch das gehört zur Provence, geben solche Staus doch den Einheimischen die Gelegenheit, ihre Fahrkünste zu demonstrieren und blinkend und manchmal auch hupend mitten in einer engen Kurve an drei holländischen Wohnwagen auf einmal vorbei zu brettern. Am liebsten, wenn es direkt neben der Straße einen atemberaubend tiefen Abhang hinab geht. Und auch hier ist dem Provencalen kein Klischee zu billig: Sein Wagen ist natürlich uralt, die Farbe von der vielen Sonne verblichen. Vielleicht hängt auch ein Kotflügel ein wenig herunter, auf jeden Fall lehnt ein gebräunter, haariger Männerarm aus dem Fenster.</p>
<p>Die Provence ist schwer einzuordnen. Eigentlich ist sie ja der Teil Südfrankfreichs, der östlich der Rhône liegt. Die Provence umfasst die Departements Vaucluse und Bouches-du-Rhône. Doch die Region „Provence-Alpes-Côte d’Azur“ ist größer als dieses Gebiet – wobei die Côte d’Azur eigentlich nur die werbewirksame Namensgebung eines Schriftstellers ist, der den Tourismus ordentlich angekurbelt hat. Wer einmal hier war, der weiß: Provence und Côte d’Azur haben nicht viel gemeinsam – was nicht nur daran liegt, dass die eine Region durch das Mittelmeer bestimmt wird. Die jeweilige Lebensart ist ganz anders, auch leben in den Dörfern im Landesinnern eher Rentner, der Großteil der Jugend ist in die größeren Städte geflohen. An manchen Ecken sieht man es schon, die alten Steinhäuser sind zerfallen und zugewuchert (und noch nicht von reichen Parisern oder Engländern zum feudalen Landsitz mit Pool umfunktioniert). Ganz anders lebt es sich da an der Côte d’Azur – der Reichtum der vielen Bewohner (die wenigsten wurden auch hier geboren) prägt ein mondänes Leben – hauptsache elegant und teuer.</p>
<p>Die Provence inspiriert – nicht nur die Maler, auch den ganz normalen Urlauber. Zur Abendstunde, wenn die Hitze des Tages verschwunden und die Luft angenehm samtig ist, wenn also die Sonne sinkt und die Region in ihr berühmtes „goldenes“ Licht taucht, dann hat jeder schon einen großen Gedanken gedacht, einen wichtigen Plan entworfen oder sein erstes eigenes Gedicht gedichtet. Könnte man sammeln, was alle Urlauber auf den Terrassen ihrer Ferienwohnungen oder unter den Vordächern ihrer Wohnwagen zusammen dächten, so käme sicherlich ein dicker Lyrikband heraus – wahrscheinlich ein wenig schwülstig, aber sicherlich durchweg positiv. Mit diesem Gefühl, beschwingt und mit dem Willen, das Leben wieder bewusster genießen zu wollen, reist man dann wieder nach Haus. Kein schlechtes Souvenir.</p>
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		<title>Das Zentrum des Schönen: Das Luberon – südliche Vaucluse</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Jul 2005 15:38:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Luberon liegt südöstliche von Avignon und bildet gleichsam den südöstlichen Teil der Region Vaucluse. Es ist bestimmt durch einsame Wälder und felsiges Land, dazwischen liegen malerische Provencedörfer, im Hintergrund erstreckt sich die Bergkette des Luberon. In der Region gibt es einen großen Naturpark, gegründet 1977, der 60 Gemeinden auf 140.000 Hektar umfasst, gelegen zwischen Manosque und Cavaillon und den Tälern von Calavon und Durance. Der „petit Luberon“ im Westen ist 700 Meter hoch, während der „Grand Luberon“ im Osten mit dem Mourre Nègre bei 1125 Metern gipfelt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Für Wanderer, Radfahrer und andere Genießer</h2>
<p>Das Luberon liegt südöstliche von Avignon und bildet gleichsam den südöstlichen Teil der Region Vaucluse. Es ist bestimmt durch einsame Wälder und felsiges Land, dazwischen liegen malerische Provencedörfer, im Hintergrund erstreckt sich die Bergkette des Luberon. In der Region gibt es einen großen Naturpark, gegründet 1977, der 60 Gemeinden auf 140.000 Hektar umfasst, gelegen zwischen Manosque und Cavaillon und den Tälern von Calavon und Durance. Der „petit Luberon“ im Westen ist 700 Meter hoch, während der „Grand Luberon“ im Osten mit dem Mourre Nègre bei 1125 Metern gipfelt.</p>
<p>In Reiseführern wird das Luberon immer wieder als „Eldorado“ für Wanderungen bezeichnet, auch Radfahrer sollen hier – wegen der vielen gut angelegten Fahrwege – ihr Glück finden. Teilweise stimmt das vielleicht, die Radwege sind wirklich gut gemacht, die Landschaft zum Wandern verlockend, aber im Sommer sollte man solche Aktivitäten dennoch auf ein Minimum beschränken. Bei 38 Grad im Schatten, wenn man also schon schwitzt, während man im Liegestuhl eine Buchseite umblättert, muss man nicht Berggipfel erklimmen oder Weinberge hochkraxeln. Kann man natürlich. Muss man aber nicht.</p>
<p>Stattdessen kann man schlafen, bis das Zirpen der Cigales so laut wird, dass es einen von selbst aus dem Bett treibt. Die ersten Sonnenstrahlen auf der Terrasse genießen. Noch etwas verschlafen zum Bäcker gehen (oder fahren, je nachdem wie es sich mit der Entfernung verhält). Man kann in Ruhe Frühstücken, einen Kaffee schlürfen, ein Buch lesen. Wenn es dann zu heiß wird, von der Terrasse in den kleinen Garten überwechseln. Im Liegestuhl liegen. Das Wetter genießen und natürlich auch das gute Buch. Später, wenn die Mittagshitze sich verzogen hat, kann man sich langsam aufmachen, vielleicht eines der Bergdörfer zu entdecken, ein Museum zu besuchen (sind meist klimatisiert und somit eine nette Abkühlung). Am frühen Abend kann man nach Velleron fahren, hier beginnt (außer Sonntag) um 18 Uhr der Bauernmarkt. Die Landwirte der Region bieten das an, was sie am Tag gepflückt und geerntet haben. Frischer geht es nicht. Abends kann man dann selber kochen oder natürlich essen gehen – auch hier sind die Möglichkeiten unbegrenzt.</p>
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